Editorial: »Die Jäger in Berlin« 2/2026
Liebe Jägerinnen, liebe Jäger,
bei den im Rahmen der Internationalen Grünen Woche (IGW) wie üblich vielen Gespräche auf dem Messestand des Deutschen Jagdverbandes (DJV) zum Jahresauftakt mit diversen Ministern, Staatssekretären, etlichen Abgeordneten aus dem Bundestag sowie den Länderparlamenten und den Verwaltungen hatte der Wolf als Thema fast immer die Nase vorn.
Ähnlich verliefen die Unterhaltungen mit den zahlreichen Jägerinnen und Jägern sowie auch mit interessierten Besucherinnen und Besuchern, die die Gelegenheit nutzten, vor Ort zur Jagd, zu Wildbret, Ausbildung etc. und natürlich auch zum Wolf Fragen zu stellen. So konnte aus berufenem jagdlichen Munde Aufklärungsarbeit geleistet und Irrtümer oder Fehlinterpretationen aufgeklärt werden. So konnte auch erläutert werden, warum der Wolf ins Jagdrecht gehört und ggf. eine Regulierung der Bestandszahl bei günstigem Erhaltungszustand im Rahmen von Managementplänen.
Spannend werden wir die kommenden Tage und Wochen betrachten und darauf hoffen, dass nach den erfolgten ersten Schritten im Parlament die wohlgemeinten höchst notwendig eingeleiteten Änderungen des Bundesjagdgesetzes sowie des Naturschutzgesetzes in Zusammenhang mit dem künftigen Umgang bezüglich des Wolfes den weiteren vorgezeichneten Weg durch die parlamentarischen Gremien finden und verabschiedet werden. Sodann könnten darauf die Länder bald die nötigen Managementpläne erstellen und verabschieden, damit die bestehende Wolfproblematik in vernünftige geregelte Bahnen gelangt.
Erwähnenswert bezüglich der IGW und nicht vergessen werden sollen die vielen Schulgruppen unterschiedlichen jungen Alters sein, die mit ihren Lehrerinnen und Lehrern den Messestand besuchten. In Mitten der sehr schön gestalteten Biotope mit den diversen Tierpräparaten konnte durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DJV-Geschäftsstelle und mit tatkräftiger Unterstützung von etlichen Ehrenamtlichen altersangepasst ein besonderer Einblick in die Natur mit Aufklärung über die Zusammenhänge gegeben werden. Die Begeisterung gerade der Jüngsten war bemerkenswert. So lassen sich die Kinder in teils spielerischer Weise bereits früh an die Natur heranführen und Verständnis quasi in die Wiege legen. Das ist der Weg, damit die jungen Menschen natürliches Verständnis und eine realistische Verbindung zum Netzwerk der Natur aufbauen können.
Neben diesen Aktivitäten im Rahmen der Bildungsarbeit unter dem Motto „Lernort Natur“ sind auch die hervorragenden Tätigkeiten wie „Nettis Wildkräuterwanderung“ - gefördert von der Stiftung Wald und Wild – zu erwähnen und besonders hervorzuheben, wie es auf den folgenden Seiten hier in diesem Heft dargestellt und ersichtlich wird. Die Kinder und Jugendlichen werden die Erwachsenen und Entscheider von Morgen sein. Nur mit vorhandenem Wissen und viel Verständnis für die Natur ist gewährleistet, dass dann auch richtig damit umgegangen und die künftige Generation sachgerechte Entscheidungen treffen kann. Ernährungsfragen spielen da ebenso eine gewichtige Rolle im Sinne gesunder Lebensmittel als Früchte der Natur wie auch die Nutzung des hochwertigen Wildbrets. Es ist eine sehr aufwändige Aufgabe, die aber Früchte tragen wird und im Sinne des Erfolges allseits unterstützenswert ist.
Erfreulich ist außerdem die stetig anwachsende Zahl der Jägerinnen und Jäger in Deutschland. So gibt es aktuell ca. 470.000 Jägerinnen und Jäger also 42% mehr als vor 30 Jahren. Das ist in dem Sinne sehr erfreulich, als sich damit eine große Anzahl von Menschen viel Wissen über die Natur durch eine Ausbildung mit staatlich überwachter Prüfung abgelegt hat. Laut einer DJV-Umfrage sind folgende Punkte primär ausschlaggebend: intensives Naturerlebnis, Naturschutz vor Ort unterstützen, gesundes Fleisch aus der Jagd statt des Verzehrs von Produkten aus der Massentierhaltung.
Das klingt wohltuend in den Ohren der aktiven Jägerinnen und Jäger. Unterstützen wir den künftigen Nachwuchs sach- und fachgerecht. Gut ausgebildete und aufgeklärte Jägerinnen und Jäger dienen dem Erhalt der Jagd hier in Deutschland in der sehr bewährten Systematik des Reviersystems mit der Koppelung an das Eigentum von Grund und Boden, wie es vor nunmehr weit über 150 Jahren von unseren Vorfahren mühevoll erstritten und erkämpft wurde.
Freuen Sie sich nach der Winterzeit auch in der Stadt mit Schnee, Eis und einer für die Natur zuträglichen Frostperiode auf den nahenden Frühling mit der sehr schnell erwachenden Natur und möge Ihnen die Gesundheit stets erhalten bleiben.
Weidmannsheil
Ihr Detlef Zacharias
Präsident des LJV Berlin