Editorial: »Die Jäger in Berlin« 1/2026

Liebe Jägerinnen, liebe Jäger,

das Gemälde auf der Titelseite aus schon vergangenen Zeiten mit der schönen Darstellung des Rothirsches in winterlicher Landschaft und der Hirschkuh präsentieren wir, da der Rothirsch als das Tier des Jahres gewählt wurde. Bei dieser Veröffentlichung eines großen Naturschutzverbandes in Deutschland wurde ein prächtiger Damhirsch abgebildet. Da das Bild dann nach gezielten Hinweisen ausgetauscht wurde, konnte man daraus entnehmen, dass der Text wohl richtig aber das Bild falsch war. Es heißt, Fehler sind menschlich und können passieren, aber das hier war leider keine Heldentat eines renommierten Naturschutzverbandes. Möge es dort ein einmaliger Fehler sein und daraus keine Zweifel an anderen Veröffentlichungen heraufbeschwören.

 

Das Rotwild bedarf in der Tat besonderer Aufmerksamkeit in Deutschland, denn wegen Zerschneidungen des Lebensraums durch Siedlungen oder Verkehrswege entstehen Barrieren, die das Rotwild bei der Partnersuche nur schwer überwinden kann. Die Folgen bei den Tieren - feststellbar in vielen Bundesländern - sind schwerste Missbildungen, Anfälligkeit für Krankheiten und sinkende Fruchtbarkeit, die ihre Ursache in der genetischen Verarmung durch hohe Inzuchtwerte haben. Der DJV mit LJV Schleswig-Holstein hatten bereits Anfang vergangenen Jahres Kernforderungen aufgestellt, wie z. B. schnellstens diverse Querungshilfen über Verkehrswege zu bauen, Wanderkorridore zu erhalten bzw. auch wiederherzustellen sowie dies beim Bau von Solarparks zu berücksichtigen. Wollen wir im Sinne des Erhalts des Rotwildes und der nötigen Diversität auf Abhilfe nun 2026 hoffen und so die Sorgen der Forstwirtschaft bezüglich Schälschäden durch Rotwild zu minimieren. Ausrottung ist nicht die Lösung sondern angemessene Bestände, denen nicht z. B. durch Aktivitäten außerhalb der Wälder die Äsung verwehrt wird.

Das neue Jahr wird auch spannend bezüglich des Wolfes. Hier ist die Umsetzung der nötigen Änderungen im Bundesjagd- und Bundesnaturschutzgesetz gemäß der neuen EU-Richtlinien und Schutzstatus-Änderung zu realisieren. Es muss in Deutschland dringend die Basis für ein vernünftiges Wolfsmanagement geschaffen werden, das auf den steigenden Bestand sowie ggf. Rissaktivitäten sachgerecht reagieren kann und die gesetzlichen Regelungen eindeutig anwendbar sind. Der immer wieder erlebte Hickhack zwischen Landesbehörden und Gerichten mit Aushebelung von nötigen Entscheidungen wie bisher dient weder der Natur noch Tierhaltern oder anderen Teilen der Bevölkerung.

Bezüglich des Waffengesetzes erwarten wir auch einiges von der Politik, damit wieder ein Gesetz geschaffen wird, das eindeutig ist, klar regelt und nicht durch mehrfache Eingriffe in bisherige Bestimmungen auch bei Behörden Fragezeichen bezüglich der Anwendung auslöst. Darunter haben dann wir Jäger als Legalwaffenbesitzer zu leiden. Der Bundesverband zivile Legalwaffen (BZL) hat zusammen mit dem DJV und weiteren großen Interessenverbänden auf Basis seiner Erfahrungen die 26 wichtigsten Verbesserungen im Waffenrecht klar benannt und argumentativ untermauert. Möge dieses kompetente Darstellen bei der Evaluierung des Waffenrechts einfließen und dem Bundesministerium des Innern (BMI) den Weg erleichtern, vernünftige Regelungen zu schaffen. Die Legalwaffenbesitzer können nicht weiter die grundlosen Prügelknaben der Politik sein, wenn irgendwo mit erwiesen illegalen Waffen Verbrechen begangen werden.

Im Bereich der invasiven Tierarten wie z. B. beim Waschbär wird zumindest in den Gebieten, die unter den rasanten Bestandszunahmen leiden, nun dort die Auseinandersetzung mit den Problemen begonnen. Wenn es massive Schädigungen gibt, wie z. B. Ausrottung von geschützten Amphibien, so muss auch unter Tierschutzaspekten die Biodiversität Vorrang haben und darf die schädigende, invasive Tierart nicht mehr quasi unter Schutz bleiben. Begrüßenswert ist, dass man sich nunmehr punktuell mit der Problematik beschäftigt und neue Lösungswege bezüglich deren Anwendungsmöglichkeiten diskutiert. Ärgern kann man sich darüber, dass bisher viel Zeit verloren wurde wegen der Verharmlosung der Problematik.

Seien wir ebenso hier optimistisch, denn ohne Hoffnung stirbt die Welt, wird gesagt. Für Berlin wurde kürzlich die Jagdzeit durch Verlängerung den übrigen Bundesländern angepasst. Das Fallenjagdverbot hier ist inzwischen überholt.

 

Für das Jahr 2026 wünsche ich Ihnen, Ihren Familien und Freunden - auch namens des gesamten Vorstandes - alles Gute, viel Glück und Erfolg sowie stets viel Gesundheit und Wohlergehen und möge uns eine gewaltfreie Zukunft bevorstehen.

 

Weidmannsheil
Ihr Detlef Zacharias
Präsident des LJV Berlin