Editorial: »Die Jäger in Berlin« 2/2024

Liebe Jägerinnen, liebe Jäger,

 

die Jagd und weitere Themen zum Bereich der Natur sind aktuell aus vielerlei sehr unterschiedlichen Gründen im Blickwinkeln von Politik und Verbänden sowie in der Öffentlichkeit.

Zunächst können wir als Jägerschaft positiv erwähnen, dass laut einer DJV-Umfrage über 137 Millionen Euro jedes Jahr für Artenschutz und Biotoppflege ausgegeben werden. Denken wir nur beispielhaft an alles, was in unseren Revieren geleistet wird.

Darüber hinaus dürfen wir auch in die Waagschale werfen, dass gemäß der Mitgliederbefragung vom Frühjahr 2022 etwa 39 % der Jägerschaft im Bereich Umwelt- und Naturschutz großes Engagement zeigt, während der Bundesdurchschnitt nur bei 4 % liegt.

 

Schlagzeilen und Meinungen werden vielfach mit dem Begriff Trophäenjagd gemacht. Sogleich wird hiermit undifferenziert die Jagd in ein schiefes Licht gebracht und teilweise pauschal auch noch als natur- und klimaschädigend dargestellt. Leider werden hiermit Tatsachen verdreht und unseriöse Behauptungen aufgestellt.

 

Zunächst sei daran erinnert, dass die jagdlichen Trophäen ein Naturprodukt sind, ein Teil der Natur und kein künstliches Produkt aus der Retorte. Das für den Menschen essbare und sehr gesunde Wildbret dient als hochwertiges Lebensmittel und soweit möglich dient das Fell auch als Naturprodukt vielerlei Zwecken. Wo ist das Problem, dass viele Menschen dem Gehörn oder Geweihen u. ä. auch heute wie schon vor Urzeiten noch Beachtung schenken, es sich präparieren und damit auch die Vielfältigkeit und Schönheit von Naturprodukten ehrend behandeln.

Werden nicht auch andere Produkte der Natur nämlich aus der Flora im häuslichen Bereich z. B. als Blumenstrauß etc. zur Freude der Menschen benutzt? Regt das bestimmte Menschen genauso auf wie sie es bei Jagdtrophäen tun?

 

Um nicht missverstanden zu werden, wir reden hier von weidgerechter Jagd im Rahmen der Abschusspläne sowie Jagderlaubnis im gesetzlichen Rahmen. Das gilt natürlich auch für die Auslandsjagd. Hier bestehen in den üblichen bereisten Ländern ebenfalls gesetzliche Bestimmungen, was, wann und wo sowie ggf. von wem geschossen werden darf. Wenn dabei ebenso wie bei uns in Deutschland sog. Trophäen von der Jagd mitgebracht werden, ist der Gedanke an ein internationales Importverbot in keiner Weise verständlich.

 

Anders sieht es mit ungesetzlichen, jagdlichen Aktivitäten außerhalb der jeweiligen gesetzlich geltenden Bestimmungen aus, wenn es sich um geschützte Wildarten handelt oder bei Produkten aus Wilderei. Nicht zu vergessen sei der Hinweis, dass es durchaus in Sonderfällen auf Grund örtlicher Gegebenheiten Ausnahmegenehmigungen für den sinnvollen Abschuss sonst geschützter Arten gibt. Hierbei werden entsprechende Bescheinigungen, die dies dokumentieren, erstellt und müssen bei derartigen Teilen mitgeführt werden.

 

Einige Aktivitäten von Gruppierungen, die augenscheinlich der Jagd missbilligend gegenüberstehen, beachten die Differenzierungen aus Unkenntnis oder bewusst nicht und verfolgen das Ziel, die Trophäentransporte grundsätzlich zu verbieten. Dies missachtet nicht nur die bestehende Gesetzgebung bezüglich der Jagd sondern auch die legitimen Aktivitäten und Gefühle von nachweislich die Natur anerkennenden Menschen.

Hier muss der ggf. in falscher Richtung handeln wollender Politik vehement entgegen getreten werden. 

 

Wer denkt, dass sei nur ein kleiner Bereich der speziell international reisenden Jägerschaft, so wäre ein grenzüberschreitendes Importverbot im nächsten Schritt vielleicht der frevelhafte Auftakt, dass wir später z. B. unsere Rehgehörne etc. nicht mehr behandeln und aus dem Revier transportieren dürfen.

Also stehen wir zusammen, egal wo wir jagen, beachten die bestehenden Gesetze und nutzen aber auch das uns aus gutem Grunde erlaubte Agieren und kämpfen dafür.

 

So wollen wir hoffen, dass dies auch bei den Verhandlungen über diese Thematik in der Europäischen Union durch die Deutschen Regierungsvertreter beachtet und entsprechend gehandelt wird und auch die Versuche einer Importverbots-Gesetzesinitiative hier der Garaus gemacht wird.   

 

Ihnen und Ihren Familien und Freunden alles Gute, bleiben Sie schön gesund und bewahren wir uns unseren Optimismus für die Zukunft.

 

 

 

 

Weidmannsheil
Ihr Detlef Zacharias
Präsident

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